|
 Projektkontext
Jugendliche
haben künftig wohl nur noch Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden,
wenn sie den PC als Informationsquelle, Arbeitsgerät und Bildungsmedium
nutzen können. Zur Zeit verfügen nur wenige benachteiligte Jugendliche
über Kenntnisse und Fertigkeiten für den Umgang mit PC und Internet.
Im
Rahmen der Berufsausbildung gibt es noch kaum geeignete Lernsoftware
und internetbasierte Lernangebote für benachteiligte Jugendliche.
Das Angebot von Lernsoftware ist bis auf einige wenige Ausnahmen,
die explizit für diese Zielgruppe entwickelt wurden, eingeschränkt.
Modellversuche zeigten, wie mit Lernsoftware das Selbstlernen gefördert
und der Unterricht verbessert wurde. Erfahrungen im Rahmen der Modellversuchsreihe
"Innovationen
in der Ausbildungsvorbereitung" zeigen, dass letzteres
auch für den Umgang mit Internetdiensten gilt. Diese Modellversuche
machen deutlich, dass entsprechende Angebote wesentlich zur Steigerung
der Erfolge beim Übergang von Schule in den Beruf beitragen.
In
ausbildungsvorbereitenden Maßnahmen müssen den Teilnehmer/innen
deshalb verstärkt IuK-Technologien nahegebracht werden, wobei der
Schwerpunkt auf dem Umgang mit Internet und Lernsoftware liegen
muss.
In
der Praxis der beruflichen Bildung benachteiligter Jugendlicher
tauchen beim Einsatz von Informations- und Kommunikations-Techniken
im wesentlichen folgende 5 Probleme auf:
-
die Qualifikation des Personals für den Einsatz der IuK-Technologien
ist unzureichend bzw. nicht vorhanden
- die
technische Ausstattung der Bildungseinrichtungen ist nicht vorhanden
oder häufig veraltet
-
die finanziellen Ressourcen zur Wartung der Hard- und Software
sind oft zu gering veranschlagt, so dass die Technik nicht im
möglichen Umfang genutzt werden kann
- Konzepte
zur Vermittlung der IuK-Technologien für benachteiligte Jugendliche
fehlen
- Vorbehalte
(Vorurteile - "das können die doch nicht!") bezüglich des Einsatzes
von IuK-Technologie in der Arbeit mit benachteiligten Jugendlichen
sind besonders ausgeprägt.
 
 Ziele
Das
Projekt zielt darauf ab:
1. die Qualität der Bildungsangebote durch die systematische und
professionelle Nutzung der Informationstechnologie zu verbessern;
2.
Bildungsangebote vorzustellen, die zukunftsweisend sind;
3.
den Fachkräften (Lehr- und Betreuungspersonal) in der beruflichen
Integrationsförderung Medienkompetenz sowohl inhaltlich als
auch technisch zu vermitteln;
4.
aktuelle Informationen über neue Entwicklungen in Bund, Ländern
und Kommunen zum Thema benachteiligte Jugendliche an einen breiten
Interessentenkreis zu verteilen;
5.
Trends künftiger Wissensvermittlung aufzuzeigen.
In
einem ersten Schritt wurden Fortbildungsmodule für die Themenbereiche
Medienpädagogik, Internetnutzung und Nutzung von Lernsoftware
in der beruflichen Integrationsförderung sowie Netzwerktechnik
entwickelt und erproben. Diese Online-Fortbildungen wurden von Präsenz-Workshops
flankiert, d.h. in ihnen wurden traditionelle mit neuen Lernformen
verbunden. Die Teilnehmer/innen sollten nach Abschluss der Kurse
in ihren Einrichtungen als Multiplikator/innen wirken, d.h. den
selbstbestimmten, kritischen und verantwortlichen Umgang mit Informations-
und Kommunikationstechnologien lehren können sowie die Arbeit
mit multimedialen Lern- und Arbeitsformen fördern und die Kolleg/innen
bei deren Einsatz kompetent beraten.
 
 Arbeitsschwerpunkte
Im
Projektverlauf wurden folgende Schwerpunkte bearbeitet:
Informations- und Kommunikationsplattform im Internet
Mit der Internetplattform "konnetti - Kompetenznetz berufliche
Integrationsförderung" wurde eine zentrale Informations-
und Kommunikationsplattform für die gesamte berufliche Integrationsförderung
eingerichtet, die allen Bildungsträgern zugänglich ist. Als Erweiterung
entstand mit der "konnetti online lernzone" eine eigene
Lernplattform zur Durchführung der Online-Fortbildungen. (www.konnetti.de)
Entwicklung
und Erprobung von Online-Fortbildungen
Der
Nutzen der Informationstechnik für die berufliche Integrationsförderung
wurde durch die Entwicklung und Erprobung einer internetbasierten
Fortbildungskonzeption demonstriert. Hierdurch erhielten die Bildungsträger
Unterstützung, um das Internet als Ausbildungsmedium sowohl für
die Qualifizierung der Jugendlichen als auch zur Weiterbildung des
eigenen Ausbildungspersonals zu nutzen und die notwendige Hard-
und Software größtenteils selbst zu warten und zu pflegen (s. Rubrik
LERNEN/ONLINE).
Gute
Praxis
Beispiele erfolgreicher Medienprojekte aus der beruflichen Integrationsförderung
wurden auf drei Fachtagungen und in zwei Veröffentlichungen
plus einer CD sowie online auf konnetti vorgestellt (s. Rubrik PRAXIS/BEISPIEL).
Regionale
Kooperationsnetzwerke
Regionale Netzwerke wurden exemplarisch in verschiedenen Regionen
der Bundesrepublik initiiert und betreut. Aus zwei Netzwerken gingen
Projekte hervor, die auch nach dem regulären Ende des Projekts
im Juni 2003 die Zusammenarbeit der regionalen Träger weiterführten
(s. Rubrik REGIONAL/NETZE).
Aktuelle
Arbeitsvorhaben
Während
der ersten Verlängerungsphase (1.7. - 31.12.2003) stand die
wissenschaftliche Auswertung und Sicherung der Projektergebnisse
im Mittelpunkt der Projektarbeit.
In
der aktuell laufenden zweiten Verlängerungsphase wird u.a.
eine Handreichung zur praktischen Durchführung von Medienprojekten
im Rahmen von Ausbildungsvorbereitung und Ausbildung entstehen.
Diese Handreichung komplettiert die bereits erschienenen Bände
"Neue Lernformen in der beruflichen Integrationsförderung"
und "Beiträge zu einer neuen Lernkultur. Modelle integrierter
Mediennutzung in der Benachteiligtenförderung" (Handreichung
+ CD) um den Aspekt der Umsetzung in die Praxis.
 
 Kontakt
Institut
für berufliche Bildung,
Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik
INBAS GmbH
Herrnstraße 53
63065 Offenbach
Tel.: 069/27224-23
Fax: 069/27224-30
E-mail: info@konnetti.de
Projektleitung:
Nader Djafari, Michael
Kendzia
Projektteam:
Andrea
Mader, wiss. Mitarbeiterin/Webdesign (bis 30.6.2004)
Marijke
Mussert, Sachbearbeitung (bis 30.6.2003)
Ralf
Richter, Projektassistenz (bis 30.6.2003)
Wolfgang Thau,
wiss. Mitarbeiter/Medienpädagogik (bis 30.6.2003)
Thomas Uhrig,
wiss. Mitarbeiter/Netzwerktechnik (bis 31.12.2003)
|