Wissen im Wandel
Die Entwicklung zur Wissensgesellschaft

Wolfgang Petran

Elemente des Wissensmanagements Welches Wissen ist in der Wissensgesellschaft von Bedeutung? Wie sollen Lernprozesse organisiert sein? Literatur

Der Begriff "Wissensgesellschaft" wird seit den 90er Jahren in einer breiteren Öffentlichkeit diskutiert. Er ist insofern erläuterungsbedürftig, als das Hervorbringen, Verteilen und Nutzen von Wissen keineswegs nur typisch für hochindustrialisierte Gesellschaften ist. In jeder Gesellschaftsform gab und gibt es bestimmte Personen oder Berufsgruppen, wie z. B. Mönche, Gelehrte, Handwerker, Mediziner, Juristen usw., die über spezifisches Wissen verfügten und es an bestimmte Personen weitergaben. Die Verfügung über "Wissen" stellte jedoch keinen für den Bestand einer Gesellschaft relevanten Faktor dar. Gesellschaftliche Ordnungen bildeten sich in Agrar- und Industriegesellschaften über die Verfügung über Boden, Arbeit und Kapital heraus. Die These der Wissensgesellschaft besagt nun, dass "Wissen" als ein weiterer Produktionsfaktor an Bedeutung gewinnt und die Gesellschaft in einem Ausmaß verändert, dass es sich lohnt, die Analyse auf diesen Aspekt zu fokussieren. Die Wissensgesellschaft wird häufig auch als Informationsgesellschaft bezeichnet oder mit ihr gleichgesetzt. Dies ist insoweit zutreffend, als beide Gesellschaftskonzepte die Technologien der mikroelektronischen Revolution zur Grundlage haben und in sozioökonomischer Hinsicht auf differenzierten Typen von Industrie- und Dienstleistungssystemen beruhen. Sie haben eine gemeinsame "Vorgeschichte", wobei die Informationsgesellschaft der historisch ältere Entwurf ist.

In den 60er prägten US-amerikanische und japanische Ökonomen, Politologen und Informationswissenschaftlern die Bezeichnung "Informationsgesellschaft". Erstaunlicherweise riefen die frühen und innovativen Arbeiten zur Informationsgesellschaft kein nennenswertes Echo in der Wissenschaft und Öffentlichkeit hervor. Der Ökonom Fritz Machlup traf 1962 in seinem Buch "The Production and Distribution of Knowledge in The United States" die Unterscheidung zwischen "wissensproduzierenden" und "nicht-wissensproduzierenden" Tätigkeiten bei dem Versuch, die Beschäftigungsklassifikation neu zu bestimmen. Ein Jahr später veröffentlichte der japanische Kulturkritiker Umesao Tadao einen Essay, in dem er auf die Rolle einflussreicher Personen in Massenmedien als den Herren der Manipulation von Symbolen aufmerksam machte. Bekannter als diese beiden Publikationen ist Daniel Bell's "Postindustrialisierte Gesellschaft" (1973) geworden; in ihm bildete Wissen zwar das Rückgrat, um das herum sich die industrielle Gesellschaft organisierte; er gab seinem Buch jedoch nicht den Titel "Die Entstehung der Wissensgesellschaft" sondern wählte die damals populärere Bezeichnung "postindustrielle Gesellschaft" 1).

Historische Auslöser der Entwicklung zur Informations- als auch zur Wissensgesellschaft waren drei Wachstumsschübe des Wissens, mit bis heute fortdauernden Wirkungen. Erstens das exponentielle Wissenswachstum im wissenschaftlich-technischen Bereich, zweitens die zeitlich nachfolgende, größenmäßig überholende Informationsexplosion im nichtwissenschaftlichen Bereich und drittens die nach innen gewendete Informationsimplosion und -regulation in allen Bereichen. Während die Wissenschaft mehr als zwei Jahrhunderte wachsen musste, bevor es zu einer Verwissenschaftlichung der Gesellschaft kam, sind durch die Informationsimplosion Informationen in nahezu alle menschlichen Tätigkeiten involviert und wirken direkt auf den Gang der Dinge ein. Eine Folge dieser Wachstums- und Verschmelzungsprozesse ist, dass mit den modernen Wissenstechniken eine Kulturtechnik der leichten, praktisch unbeschränkten Wissensverarbeitung und -veränderung zur Verfügung steht 2).

Wenn wir im folgenden den Ausdruck "Wissensgesellschaft" verwenden, dann aus dem Grund, weil er stärker inhaltliche und qualitätsbewusste Momente in den Vordergrund rückt, wie z. B. Bildungs- und Lernprozesse, während "Informationsgesellschaft" auf eine Informatisierung aller gesellschaftlichen Bereiche abhebt 3). Ob sich die Bezeichnung "Wissensgesellschaft" durchsetzen wird, hängt u. a. davon ab, ob im Umgang mit Wissen von einem Umschlag der Quantität hin zu einer neuen Qualität gesprochen werden kann und ob die Aspekte einer künftigen Gesellschaft in einem ursächlichem Zusammenhang mit der Wissensentwicklung stehen 4). In diesem Sinne stellt die "Wissensgesellschaft" eher ein Leitbild für eine Gesellschaftsentwicklung dar als eine "konkrete Utopie" oder ein politisches Programm 5).

Auch wenn die Wissensgesellschaft noch unscharf konturiert ist, so lassen sich doch einige Merkmale und Entwicklungstendenzen benennen; dabei stützen wir uns überwiegend - aber nicht ausschließlich - auf Ergebnisse o. g. Delphi-Befragung 6). Bisher ist der Umbruch zur Wissensgesellschaft im Bereich der Wissensverwertung am deutlichsten ausgeprägt. Was die Wissensgesellschaft von anderen Gesellschaftstypen unterscheidet ist ein neues Wertschöpfungssystem, ein "Supersymbolsystem", das nicht mehr auf der Anwendung von Muskelkraft sondern auf Informationen - von der wissenschaftlichen Forschung bis hin zur knalligen Reklame - und Wissen beruht. Die wertschöpfende Tätigkeit verlagert sich von der Hand- zu Kopf- oder Wissensarbeit: dies ist der Motor der tiefgreifenden Transformation von Arbeits- und Lebensverhältnissen 7).

 

Elemente des Wissensmanagements

Wissensarbeit ist jedoch nicht einfach mit Kopfarbeit gleichzusetzen. Ob eine Tätigkeit als Wissens- oder Nicht-Wissensarbeit einzustufen ist, hängt (a) vom Bezugsproblem und (b) vom Komplexitätsgrad des Arbeitsprozesses bzw. -resultats ab. Das Resultat geistiger Arbeit ist objektivierend. Objektivierende Arbeit verändert nie direkt etwas am Problem, das gelöst werden soll, sondern liefert erst Zwischenschritte in Form von Symbolen oder Objekten. So setzt beispielsweise der Einsatz einer CNC-Maschine eine entsprechende Programmentwicklung voraus, bei der die Maschinenoperationen in einer Symbolsprache codifiziert und damit objektiviert werden; dies ist Aufgabe von Softwareentwicklern. Die Ergebnisse der objektivierenden Arbeit müssen irgendwann durch körperliche Arbeit am eigentlichen Bezugsproblem realisiert werden, d. h. in unserem Beispiel muss ein (Fach-) Arbeiter den Gegenstand mit Hilfe der CNC-Maschine tatsächlich bearbeiten 8). Als weiteres Kennzeichen von Wissensarbeit kommt das Ausmaß an Komplexität hinzu. Bei komplexen Arbeitsprozessen müssen äußere Mittel zur Planung und Steuerung eingesetzt werden, damit die Komplexität handhabbar wird, wie z. B. Projektmanagementmethoden in einem Team von Softwareentwicklern 9).

Planung und Steuerung von Wissensarbeit ist Aufgabe des Wissensmanagements. Dies gilt sowohl für Arbeits- als auch für Lernprozesse unabhängig davon, ob sie in Unternehmen, Bildungseinrichtungen oder in irgendeiner anderen Organisation ablaufen. Wissensmanagement ist ein neueres Thema der Managementlehre und steht im Zusammenhang mit der Diskussion um Lernende Organisation, Expertensysteme oder auch Unternehmensevolution. Angesichts von Phänomenen wie wechselnde Kundenpräferenzen, kürzere Produktlebenszyklen und internationaler Wettbewerb geraten Unternehmen unter Druck, ihre Außen- und Innenbeziehungen zu verändern: intern in flexible, kleinere Einheiten, nach außen in Form flexibler Partnerschaften. Dabei gewinnt Wissen als Produktionsfaktor an Bedeutung. Bis jetzt wird die Diskussion über Wissensmanagement überwiegend von Disziplinen mit strategischen und formalisierbaren Denkmustern geführt, wie z. B. der Wirtschaftsinformatik, Systemtheorie und betriebswirtschaftlichen Organisationslehre. Dies lässt sich am Beispiel der Definition von Wissen aufzeigen. Die folgende Abbildung soll die Merkmale von Wissensarbeit verdeutlichen 10):


Abbildung 1: Mögliche Zuordnung verschiedener Tätigkeiten in die Matrix von Arbeitstypen

Arbeitstyp
geistig
körperlich
Komplexität
tief
Sekretärin beim
Tippen; Auszahlung
des Bankschalter-
beamten
Bäcker beim Backen; Schumacher beim Leder nähen
hoch
Experimental-
forschung, Entscheidungen der strategischen Unternehmens-
führung
schwieriger chirurgischer Eingriff, Linien-Pilot

Plastischer und für die Behandlung von Bildungsfragen geeigneter sind Klassifikationen aus der Perspektive der Kognitionspsychologie und Philosophie, wie z. B.:

Informationen:
fragmentiertes Wissen; Unterschiede, die Unterschiede machen; Antwort auf Fragen vom Typ: wer - was - wo - wie - wann?

Know how:
Fertigkeiten, Fähigkeiten, Erfahrungen, Sicherheit, Problemlösung; Antwort auf Fragen vom Typ: was muss gemacht werden?

Erklärungswissen:
Ursache-Wirkungs-Relation; Theorien, Modelle, Wissenschaftswissen; Antwort auf Fragen vom Typ: warum - weshalb - Prognosen?

Verstehenswissen:
Erkennen von inneren Zuständen, Sinn, Prozessdynamik; Antwort auf Fragen vom Typ: welches Muster - welche Gestalt, Finalität, Dynamik usw. ist erkennbar
12)

 

Welches Wissen ist in der Wissensgesellschaft von Bedeutung?

Dieses Klassifikationsschema von Wissensarten greift sozial- und kognitionswissenschaftliche Fragestellungen auf, es gibt jedoch noch keinen Hinweis darauf, welches Know-how wichtig ist, über welches Erklärungs- und Verstehenswissen man verfügen sollte, um Wissensarbeit verrichten zu können.

Eine Antwort auf diese Fragen findet sich in der Delphi-Studie, in der rund 500 Experten zur Bedeutung und Entwicklung von knapp 600 verschiedener Wissensgebiete befragt wurden. Versucht man das Ergebnis der Studie zu résumieren, dann fällt auf: in der (zukünftigen) Wissensgesellschaft spielen Technologien eine große Rolle, sie determinieren und dominieren jedoch nicht ihre Entwicklung; der einzelne kennt sich mit dem Computer gut aus, ist aber kein Computerfreak. Ebenso bedeutsam ist das Wissen um sozial-interaktive Handlungs- und Wissenzusammenhänge. Von den befragten Experten wurden u.a. folgende Wissensgebiete als bedeutsam bewertet:

- Interface Mensch-Maschine: Erhöhung der Benutzerfreundlichkeit

- Multimedia: Interaktion in der Audio- und Video-Telekommunikation, Virtuelle Realität, 3D-Interfaces

- Aktuelle ethische Fragen: Gentechnik, Rationalisierung im Gesundheitswesen, Umgang mit Fremden

- Zusammenspiel und Abgrenzung der Kulturen; Multikulturalität

- Lesen als Kulturtechnik - Funktion, Lesegewohnheiten, Kunst des Vorlesens

- Journalismus: Sprache, Ausdrucks- und Gestaltungsformen

- Umweltgerechtes und nachhaltiges Wirtschaften, Ressourcenökonomie

- Interkulturelles Lernen - Möglichkeiten, Erfahrungswerte

- Medienkompetenz - Elemente, Bedeutung, Erziehungsmöglichkeiten

- Informationstechnischer Analfabetismus: soziale Folgen, Benachteiligung

- Veränderung des Qualifikationsbedarfs, Konsequenzen für
(Aus-)Bildung

- Mensch und soziale Umwelt

Diesen und anderen Wissensgebieten kommt bereits gegenwärtig eine hohe Bedeutung zu - und ihr Gewicht wird weiterhin zunehmen. Aus der Perspektive des einzelnen betrachtet, wirft diese Entwicklung aber eine Reihe von Fragen auf. Ein Hauptproblem der künftigen Gesellschaft angesichts der wachsenden Informationsflut liege - so lautet eine Hypothese der Delphi-Befragung - in der Frage des Zugangs, des Umgangs und des Managements von Wissen. "Insbesondere für jeden Einzelnen müsste ... auch die Ausgangsbasis zur Erschließung von Wissen immer wichtiger werden" 13). Damit die Bürger mit der Informations- und Wissensflut zurechtkommen sind sie auf ein besonderes Wissen angewiesen, das sich vom Spezialwissen unterscheidet. Dieses Wissen als Pendant zum Fachwissen wird in der Delphi-Befragung als Allgemeinwissen bezeichnet und durch folgende Funktionen charakterisiert: es ist Grundlage für die allgemeine Verständigung, es ermöglicht den Einstieg in Spezialwissen und es dient zur Orientierung in der Informationsflut. Die folgende Übersicht veranschaulicht insgesamt vier Felder des Allgemeinwissens 14):

Instrumentelle/methodische Kompetenz:
- Allgemeine Grundlagen und Kulturtechniken, (z. B. Fremdsprachenkenntnisse, klassische Kulturtechniken, Logik)
- Umgang mit Informationstechniken, (z. B. Beherrschen von EDV-Programmen, gezielte Suche und Auswahl von Informationen)

Personale Kompetenz:
- Persönliches Erfahrungswissen, (z. B. Selbstbewusstsein, Handlungskompetenz, Umgang mit Gefühlen, soziale Zugehörigkeit, Umgang mit Tod)
- Persönliche Fähigkeiten zum Umgang mit Wissen (z. B. Neugier, Offenheit, kritische Auseinandersetzung, Reflexionsfähigkeit)

Soziale Kompetenz:
- Kommunikative Kompetenzen, (z.B. Sprachliche Ausdrucksfähigkeit, Teamfähigkeit, Partnerschaft und soziale Beziehungen)
- Soziale Orientierung, (z. B. Toleranz, Verantwortungsbereitschaft, Solidarität, prosoziales Verhalten)

Inhaltliches Basiswissen:
- Inhaltliches Wissen über aktuelle Probleme, (z. B. über Ökologie, europäische Integration, weltweite Abhängigkeiten)- Inhaltliche Grundlagen, (z. B. Alltagswissen über Geld, Wirtschaft, Erziehung ...; Grundlagen aus Pädagogik, Geschichte, Literatur, Philosophie, Technik, Biologie...)

Der hier vertretene Begriff von Allgemeinbildung ist breit gefasst und schließt auch Kompetenzen und Fähigkeiten mit ein, um in der unmittelbaren sozialen Umgebung und in der Gesellschaft zurechtzukommen. Zu einem breiten Allgemeinwissen gehören auch Basisqualifikationen im Umgang mit verschiedenen Medien wie z. B. Computer, CD ROM, computerunterstützte Lernprogramme, audiovisuellen Medien - und die kritische Auswahl von Fernsehprogrammen. Diese sogenannte "Medienkompetenz" wird u. a. mitentscheidend darüber sein, ob die Gesellschaft in zwei Klassen zerfallen wird "mit Menschen, die mit der anschwellenden Informationsflut umzugehen verstehen..., und mit anderen, die nicht gelernt haben, Medieninhalte zu analysieren und zu bewerten... " 15). Die Handhabung avancierter Technologien beruht ihrerseits - und dies ist unumstritten - auf funktionalen Grundqualifikationen wie Rechnen, Schreiben, Lesen, die nicht ersetzt, wohl aber inhaltlich und methodisch ergänzt werden können.

 

Wie sollten Lernprozesse organisiert sein?

Der Erwerb von Fachwissen und Allgemeinbildung für die Wissensgesellschaft stellt Organisationen wie Schule, Weiterbildungseinrichtungen aber auch Unternehmen vor die Frage, wie Bildungsprozesse angemessen zu organisieren seien. Im klassischen Modell des Wissensmanagements sind "Lernen - Arbeiten - Organisieren" auf verschiedene Disziplinen verteilt 16), zeitlich nachgeordnet und hierarchisiert. Lange Zeit verdeckte der Erkenntniszuwachs, dass dabei in diesem Modell psychologische, technologische und sozio-kulturelle Realitäten getrennt werden, die wesentlich zusammengehören. Vor allem durch IT-Innovationen wird nun zunehmend eine neue Ausgangslage geschaffen. "Lernen - Arbeiten- Organisieren sind zirkuläre und parallelisierte Prozesse. Lernen ist Arbeit und sie muss organisiert werden. Desgleichen kann zunehmend nur lernend gearbeitet werden, und die Aufgabenbewältigung erfordert eine relativ autonome Organisationskompetenz vor Ort" 17). Wie problembehaftet dies im einzelnen ist, wird am Beispiel Schule deutlich: es ist einfacher, Schulen mit Computern auszustatten, aber schwieriger, den bisher üblichen Unterricht im 45-Minutentakt zu verändern, also die soziale Lernorganisation und den Zeitablauf von Lernprozessen zu verändern. Lernen in und für die Wissensgesellschaft würde bedeuten, außer der Organisationsform von Lernprozessen auch deren Inhalte didaktisch und methodisch so zu gestalten, dass ein breitgefächerter Kompetenzerwerb gefördert wird. Richtschnur des Handelns ist nicht die Devise "Wissen ist Macht", sondern "Kommuniziertes Wissen bedeutet Teilnahme am Leben". In einer (medien-) technologisierten Wissensgesellschaft stellt sich für den Wissensarbeiter eine alte (pädagogische) Aufgabe auf eine neue Weise, nämlich: Informationen problemgeleitet aufzubereiten, schöpferisch neue Informationen auf der Grundlage von solidem Fach-, Kontext- und Strukturwissen hervorzubringen und schließlich adressatenbezogen weiterzugeben 18).

 

Anmerkungen

1) Vgl. Stichweh, Rudolf: Die Informationsgesellschaft und die Soziologie, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Soziapsychologie, Sonderheft 38/1998. S. 433f.

2) Vgl. Spinner, Helmut: Informationsgesellschaft, in: Bernhard Schäfers/Wolfgang Zapf (Hrsg.): Handwörterbuch zur Gesellschaft Deutschlands - Opladen, 2. Aufl. 2001, S. 320.

3) "Informationsgesellschaft" bezieht sich auf "die massenhafte Verbreitung moderner Informationstechniken und ihre Folgen, zum anderen auf die breite Verfügbarkeit und Nutzbarkeit von Informationen selbst", Delphi-Befragung 1996/1998: "Potentiale und Dimensionen der Wissensgesellschaft - Auswirkungen auf Bildungsprozesse und Bildungsstrukturen, durchgeführt von Prognos AG, Basel, April 1998, S. 15.

4) In der Beschreibung der gegenwärtigen Gesellschaftsform konkurrieren Informations- und Wissensgesellschaft überdies mit weiteren Begriffen, wie z. B. Freizeit-, Dienstleistungs- oder Risikogesellschaft.

5) Delphi-Befragung, a.a.O., S. 181

6) Bei der Delphi-Methode - einem ursprünglich betriebswirtschaftlichen Prognose- und Entscheidungsfindungsverfahren - geben Experten in mehreren Runden Urteile zu bestimmten, vorgegebenen Fragen ab. Zwischen den einzelnen Runden erhalten die Experten die anonymisierten Urteile ihrer Kollegen zum weiteren Überdenken vorgelegt. Aufgabe der o. g. Delphi-Studie war es, Aussagen über wesentliche Wissensbestände sowie langfristig wirksame Trends für den Zeithorizont des Jahres 2020 kenntlich zu machen, vgl. Delphi-Befragung, a.a.O., S. 19; vgl. Krekel, Elisabeth M.; Ulrich, Joachim Gerd: Die Delphi-Methode: Welche Erkenntnisse ergeben sich aus der Anwendung der Delphi-Methode für die Berufsbildungsforschung? In: Sozialwissenschaften und Berufspraxis, 23. Jg., 4/2000, S. 359.

7) Vgl. Pfiffner, Martin / Stadelmann, Peter Daniel: Arbeit und Management in der Wissensgesellschaft. Konzeptualisierung und Lösungsansätze für das Management von Wissensarbeit - Diss. Nr. 1674 Hochschule St. Gallen - Difo-Druck GmbH, Bamberg 1995, S. 52, 58f.

8) Vgl. Pfiffner/Stadelmann, a.a.O., S. 109; im Unterschied zur geistigen Arbeit ist das Resultat von körperlicher Arbeit realisierend, diese setzt unmittelbar am Bezugsproblem (z. B. Zuschneiden eines Gegenstandes) an und verändert es.

9) Komplexität bezeichnet den Grad der Vielschichtigkeit, Vernetzung und Folgelastigkeit einer Entscheidung, vgl. Willke, Helmut: Systemtheorie. Eine Einführung in die Grundprobleme der Theorie sozialer Systeme - Stuttgart, Jena, 4. Aufl. 1993, S. 24, vgl. Pfiffner/Stadelmann 1995, S. 72.

10) aus: Pfiffner/Stadelmann, a.a.O., S. 113

11) Als Beispiel sei folgende Definition angeführt: "Wissen wird bezeichnet als die zweckorientierte Vernetzung von Information ... Es stellt die Abbildung (externer) realer Verhältnisse ... auf (interne) Modelle von der Außenwelt dar, über die ein Individuum oder eine Organisation verfügt ... Rehäuser, Jacob/Krcmar, Helmut: Wissensmanagement im Unternehmen, in: Schreyögg, Georg; Conrad, Peter (Hrsg.): Managementforschung 6. Wissensmanagement. Berlin, New York 1996, S. 5.

12) aus: Eck, Claus D.: Wissen - ein neues Paradigma des Managements, in: die Unternehmung, 51 Jg., Nr. 3/1997, S. 159

13) Delphi-Befragung, a.a.O., S. 27

14) aus: Delphi-Befragung, a.a.O., S. 148, 151

15) Schawinsky, Karl: Medienkompetenz: Schlüsselqualifikation in der Wissensgesellschaft - Deutscher Instituts-Verlag: Köln 1999, S 9

16) Hier wären vor allem Pädagogik, Arbeitswissenschaft, Organisationswissenschaft zu nennen mit entsprechenden Handlungsmodellen.

17) Vgl. Eck, a.a.O., S. 166

18) Vgl. Dombrowski, Stefan: die Informationsgesellschaft und ihre Knowledge Worker, in: Realschule in Deutschland, 1/1999, S. 14

 

Literatur

Delphi-Befragung 1996/1998. Potentiale und Dimensionen der Wissensgesellschaft - Auswirkungen auf Bildungsprozesse und Bildungsstrukturen - durchgeführt im Auftrag des BMBF von Prognos AG, Basel, April 1998

Dombrowski, Stefan: die Informationsgesellschaft und ihre Knowledge Worker, in: Realschule in Deutschland, 1/1999, S. 12-18

Eck, Claus D.: Wissen - ein neues Paradigma des Managements, in: Die Unternehmung, 51 Jg., Nr 3/1997, S. 155-179

Krekel, Elisabeth M.; Ulrich, Joachim Gerd: Die Delphi-Methode: Welche Erkenntnisse ergeben sich aus der Anwendung der Delphi-Methode für die Berufsbildungsforschung? In: Sozialwissenschaften und Berufspraxis, 23. Jg. 4/2000, S. 357-369

Pfiffner, Martin/Stadelmann, Peter Daniel: Arbeit und Management in der Wissensgesellschaft. Konzeptualisierung und Lösungsansätze für das Management von Wissensarbeit - Diss. Nr. 1674 Hochschule St. Gallen - Difo-Druck GmbH, Bamberg 1995

Rehäuser, Jacob/Krcmar, Helmut: Wissensmanagement im Unternehmen, in: Schreyögg, Georg; Conrad, Peter (Hrsg.): Managementforschung 6. Wissensmanagement. Berlin, New York 1996, S. 5-40

Schawinsky, Karl: Medienkompetenz: Schlüsselqualifikation in der Wissensgesellschaft - Deutscher Instituts-Verlag: Köln 1999

Spinner, Helmut: Informationsgesellschaft, in: Bernhard Schäfers/Wolfgang Zapf (Hrsg.): Handwörterbuch zur Gesellschaft Deutschlands - Opladen, 2. Aufl. 2001

Stichweh, Rudolf: Die Soziologie und die Informationsgesellschaft, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Sonderheft 38/1998, S. 433-442

Willke, Helmut: Systemtheorie. Eine Einführung in die Grundprobleme der Theorie sozialer Systeme - Stuttgart, Jena, 4. Aufl. 1993.

Bei dem vorstehenden Text handelt es sich um eine leicht gekürzte Vorabveröffentlichung. Eine vollständige Fassung wird Ende diesen Jahres in der Handreichung "Lernen im Wandel" publiziert werden, die im Rahmen des Projekts "Internetkompetenz für benachteiligte Jugendliche" entsteht.

copyright INBAS GmbH 2000, letzte Änderung 11.4.2001